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„ BOXER – VIRUS“  … seit der Kindheit…

Als Junge mit etwa 7 Jahren erlebte ich, wie mein Vater plötzlich sein VW-Käfer gewechselt hatte. Es war sein zweiter, genaugenommen ein lotosweißer 1300 Baujahr 67 mit roter Kunstlederinnenausstattung. Bis zur eigenen Führerscheinprüfung und darüber hinaus haben sich auch viele Urlaubserinnerungen hinsichtlich dieses Fahrzeuges manifestiert. Sei es die Rückfahrt aus Hessen im Kofferfach hinter der Rücksitzbank und das Bollern des Boxers unter mir oder das Zerlegen der Innenausstattung durch Grenzbeamte bei Einreise in die damalige DDR „mit allen Reiseschikanen dieses Systems“. Aber auch diverse Fahrten nach Österreich, bei der das Packvolumen des Fahrzeuges bis in die letzte Ecke des Wagens genutzt wurde! Meine Tante fuhr nach mehreren Käfern zwischenzeitlich einen schicken Typ 3 TL Automatik. Nach dem Neuerwerb des Fahrzeuges blieb sie damit in einer Bahnunterführung stehen, da die Durchfahrt nach Starkregen mit Wasser vollgelaufen war und der Ausstieg aus dem Fahrzeug nur noch über das Stahlschiebedach stattfinden konnte. Auch eine sportliche Übung für meinen Onkel, der gehbehindert war und einen Gehstock zum Laufen brauchte. Begeistert hat mich damals schon die Front des Typ3, welcher mit einem Porsche bekanntermaßen eine gewisse Ähnlichkeit hat. Mit knapp 19 Jahren durfte ich dann den 1300 Käfer meines Vaters übernehmen. Vater fuhr nun einen marsroten VW Passat I als Kombi, welcher ihm innerhalb von kurzer Zeit wegrostete. Meine Bundeswehrzeit stand an und im Rahmen von Fahrtgemeinschaften wurde der Käfer, aber auch ein Opel B-Kadett eines Mitreisenden genutzt. Die ersten 1er Golf GTI waren auch schon länger unterwegs. Es blieb nicht lange bei der Serienausstattung meines Käfers. Im Kfz-Hobby-Shop der Kaserne wurden erste sanfte Tuning-Maßnahmen eingeleitet. Ein 3 Speichen-Lenkrad hielt Einzug, ebenso einer der ersten KAMEI-Spoiler. Die Löcher der entfernten Zierleisten wurde durch schwarze Gummieinzugshütchen verschlossen. Nach dem Aufkleben von selbst geschnittenen „Renn-Seiten-Streifen“ in Farbe der Innenausstattung verzog mein Vater das Gesicht. Als nach 4 weiteren Wochen in der Ferne die Rückreise Nachhause stattfand, ragten 2 dicke Endrohre unter dem Auspuffblech hervor. Die ABE von ABARTH lag im Handschuhfach und ein Sportluftfilter thronte auf dem Serienvergaser. Vater hatte dies nicht gleich gesehen und verstand die Welt nicht mehr, dass ein Serienauspuff mit so wenig Kilometer offensichtlich schon durchgerostet war. Mit dem Ansaug- und Auspuffgeräusch wuchs der Wunsch nach mehr Leistung in den End-Siebzigern. Ein befreundeter Bäckermeister hatte nach dem Umstieg von seinem Typ 3 Variant mit scharfer Nocke und höher verdichtetem Serienmotor nun einen Typ 411 Variant und ein „Zwo-Liter Zöllner-Triebwerk“. Die Semmeln und Brezen sollten ja bei Lieferung ja noch warm sein und 2 Liter Hubraum waren das Maß aller Dinge für die flotte Fortbewegung. Namen, wie z. B. Willibald- und Riechert-Tuning machten die Runde und immer wieder die Zauberformel „Typ 4 „. Den Original-Riechert Prospekt habe ich heute noch. Klar war alsbald, dass ein Typ 4 im kurzen Vorderwagen keine TÜV Gnade fand. Also wurde ich bald fündig, kaufte einen kansasbeigen 1303 S in Zustand 2. Im Gegenzug veräußerte ich den 1300, dessen Zustand mit 1 zu bezeichnen war. Aus heutiger Sicht natürlich ewig schade! Vater fuhr zwischenzeitlich einen Jetta 1 mit 75 PS mit in der Farbe marsrot. Der komplette Unterboden des 1303 wurde abgeschliffen, versiegelt und ich hielt Ausschau nach Sportzubehör. Es gab noch kein Internet, aber Freunde, die auch Fahrzeuge umbauten. Scheel-Sitze zogen ein, das damals einzig zulässige 4 Speichen-Raid-Lenkrad mit TÜV, eine Heck-Jalousie und zusätzliche Hutzen an der C-Säule für die Zwangsentlüftungen. Die Farbe wechselte auf Lapis-Blau Metallic. In gleicher Zeit baute ein guter Freund derweil seinen Serien 1303 mit Schult-Teilen, wie z.B. Heckflosse, Spoiler-Stoßstange und außenverbreiterten Kotflügel und dicken Rädern um. Ich fuhr im Winter immer alte Autos mit Rest-TÜV. Z. B einen Hundeknochen-Escort I und einen 1200 Käfer für um die 150,– bis 200,– DM. Von Letzterem wanderten die Ausstellfensterrahmen hinten in meinen 1303. In der Kaserne lernte ich einen Arzt-Sohn aus Starnberg kennen, der einen  schwarzen 2.0 Liter  VW-Porsche fuhr. Das Fahrzeug war laut seiner Aussage für sehr viel Geld „restauriert“ worden, wie mir später anhand vorgelegter Rechnungen belegt wurde. Der VoPo des Bundeswehrkollegen erlebte mit dem letzten Schnee des Winters einen heftigen Überschlag. Wir wurden handelseinig und der VOPO  wurde zum Schlachtobjekt. Der 2 Liter Typ 4 Spendermotor für meinen 1303 war nun da. Nach dem Einholen diverser Informationen fuhr ich zu einem Umbauer in Peißenberg bei Weilheim. Weitere Umbauteile wurden dort beschafft. Ein dort stehendes Kundenfahrzeug mit einem „ZwoVierer“, welcher in der Käfer-Cup-Serie fuhr, schaffte Vertrauen. Nie vergesse ich auch die erste Probefahrt nach dem Motorenumbau in der heimischen Garage im Spätherbst auf der zweispurigen Bundesstraße, als die Tachoscala nicht mehr ausreichte. Der TÜV-Eintrag ging bei dem Tuner in Weilheilm noch über die Bühne, danach war er unauffindbar und meine Anzahlung für weitere Teile war weg.  Es folgten manche Umbausünden der wilden 80er, endlich die Umrüstung auf 2,4 Liter Hubraum und Porsche 901 Getriebe. Natürlich auch diverse Käfertreffen, Giebelstadt, Hauskauf, Motorschaden beim 1303, Familiengründung und Abmeldung des Fahrzeuges. Nach vielen Jahren wollte ich das Hobby mit etwas „Instandsetzen“ reaktiveren. Bis dahin vergingen dann doch 2 Jahre. Statt ein bisschen Entrosten gab es neuen Lack, eine original Golde-Faltdach, 944 Bremse, Fuchsfelgen und weitere Kleinigkeiten. Nach vielen privaten Veränderungen wurde das Fahrzeug verkauft. Motor und Getriebe treiben heute einen 1303 auf Mallorca an. Später wurde mein 1303 wieder mein Eigentum, welcher er heute noch ist. Er wurde zum klassischen German-Looker mit Subaru-Turbo Motor und Subaru Turbo Getriebe und einigen bereits genannten Veränderungen. Natürlich mit TÜV-Segen und Euro 1.


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